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Forscher der University of Texas Health Science Center in Houston (UTHealth) haben einen Neurokreislauf bei Mäusen entdeckt, der bei Aktivierung dazu in der Lage ist, das Stressniveau zu erhöhen und gleichzeitig das Verlangen zu essen verringert.

Die Ergebnisse erscheinen in Nature Communications (1).

Tierstudie: Wie Stress das Verlangen zu essen dämpfen kann

Während frühere Untersuchungen gezeigt haben, dass Stress den Wunsch einer Person nach Nahrung sowohl reduzieren, als auch erhöhen kann (3), bleiben die neuronalen Mechanismen, die auf die Regulierung des Essens durch stressbedingte Reaktionen wirken, weitgehend ein Rätsel.

Die Arbeit der beteiligten Forscher konzentrierte sich auf einen Neurokreislauf, der zwei Teile des Maushirns verbindet:

  • Den paraventrikulären Hypothalamus (PVH), eine ernährungsbezogene Zone im Gehirn.
  • Und das ventrale laterale Septum (VLS), eine emotionale Zone im Gehirn.

Der Neurokreislauf wirkt wie ein Ein-/Ausschalter.

Als die Forscher den Neurokreislauf aktivierten, kam es zu einem Anstieg der Angst und einem Rückgang des Appetits. Wurde der Neurokreislauf dagegen gehemmt, verringerten sich die Angstzustände und der Hunger erhöhte sich.

Mit einer Forschungstechnik, die man als Optogenetik bezeichnet, schalteten die Wissenschaftler die betreffenden Neuronen ein und aus.

“Wir haben einen Teil des Gehirns in einem Mausmodell identifiziert, das die Auswirkungen von Emotionen auf das Essen kontrolliert”, so Qingchun Tong, ein Senior-Autor der Studie, der als außerordentlicher Professor am Center for Metabolic and Degenerative Disease an der McGovern Medical School der UTHealth tätig ist.

Da Mäuse und Menschen ähnliche Nervensysteme haben, glauben die beteiligten Wissenschaftler, dass ihre Ergebnisse Licht auf den Teil des menschlichen Gehirns werfen könnten, der den Hunger reguliert. Die Arbeit könnte insbesondere einen wertvollen Beitrag bei der Erforschung zur Behandlung potenzieller Essstörungen, wie z.B. Anorexia nervosa, sein.

Anorexia nervosa, oft auch einfach als Anorexie bezeichnet, ist eine Essstörung, die sich durch geringes Gewicht, Nahrungsbeschränkung, Angst vor Gewichtszunahme und den starken Wunsch nach Dünnsein auszeichnet. Viele Menschen mit Anorexie sehen sich als übergewichtig an, obwohl sie tatsächlich untergewichtig sind.

Anorexia nervosa, oft auch einfach als Anorexie bezeichnet, ist eine Essstörung, die sich durch geringes Gewicht, Nahrungsbeschränkung, Angst vor Gewichtszunahme und den starken Wunsch nach Dünnsein auszeichnet. Viele Menschen mit Anorexie sehen sich als übergewichtig an, obwohl sie tatsächlich untergewichtig sind. (Bildquelle: Fotolia / Nomad_Soul)

Menschen, die unter Anorexia nervosa leiden, meiden Essen oder schränken es sehr stark ein, so dass nur geringe Mengen an Lebensmitteln konsumiert werden. Die Folge ist häufig starkes Untergewicht, welches jedoch von den Betroffenen nicht wahrgenommen wird, da sie sich als zu dick empfinden.

Yuanzhong Xu, der führende Autor der Studie, glaubt, dass sein Forscherteam zu den ersten gehört, welches die Rolle dieses Neurokreises bei der Regulierung von Stress und Hunger demonstriert hat. Der Forscher erläutert jedoch auch, dass zusätzliche präklinische Tests erforderlich sind, um die vorläufigen Ergebnisse dieser Studie zu bestätigen.

Quellen, Referenzen & Weiterführende Literatur

(1) Yuanzhong, Xu., et al. (2019): Identification of a neurocircuit underlying regulation of feeding by stress-related emotional responses. In: Nat Comm. URL: https://www.nature.com/articles/s41467-019-11399-z.

(2) ScienceDaily (2019): How stress can curb the desire to eat in an animal model. URL: https://www.sciencedaily.com/releases/2019/08/190816191450.htm.

(3) Sweeney, P. / Yang, Y. (2017): Neural circuit mechanisms underlying emotional regulation of homeostatic feeding. In: Trends Endocrinol Metab. URL: https://doi.org/10.1016%2Fj.tem.2017.02.006.


Bildquelle Titelbild: Fotolia / filin174


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